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Reise in das Land des Donnerdrachens

Was bewegt einen, in das kleine Königreich Bhutan zu reisen, das wie ein Sandwich zwischen China und Indien liegt? Diese Frage stellten uns viele Freunde und Bekannte. Ganz einfach: die Neugierde!

Nach den vielen Erzählungen der Kollegen, die geschäftlich in Bhutan unterwegs waren und von den abenteuerlichen Fahrten von der Hauptstadt Thimphu zu den Wasserkraftwerken, für die wir die Hochspannungskabel und –garnituren liefern, berichteten und auch die Neugierde auf die Einwohner des nur mit 700.000 Menschen bevölkerten Staates, der so groß ist wie die Schweiz. Ganz zu schweigen von dem spektakulären Landeanflug auf den einzigen internationalen Flughafen Paro, am Fuße des Himalayas, der nur auf Sicht, also bei schönem Wetter angeflogen werden kann und zu einem der gefährlichsten Flughäfen der Welt zählt. Doch nicht nur der Landeanflug ist ein Erlebnis gewesen, auch der zweieinhalbstündige Flug von Delhi über den Himalaya mit atemberaubender Sicht auf die Achttausender wie den Mount Everest, den Lohtse oder den Makalu.

Empfangen werden wir auf dem Flugplatz von der klaren Luft, der Ruhe, und unserem Führer Jezer und Fahrer Kinzang mit dem traditionellen weißen Begrüßungsschal Khata. Wir sind im Land mit dem Bruttoglücksprodukt angekommen.

Bereits auf der Fahrt zur Hauptstadt Thimphu fallen uns die bunten Fahnen auf, die an heiligen Stätten und an windigen Plätzen wehen. Oft sieht man auch nur weiße Fahnen, wobei weiß für die Reinheit steht. Sie sollen den Wind besänftigen, der unrein ist, da er von allen Seiten weht. Die Farbe Gelb steht für Erde, rot für Feuer, blau für Himmel und grün für Wasser.

In der Hauptstadt Thimphu, mit ca. 100.000 Einwohnern herrscht wenig Verkehr, im Vergleich zu Delhi, wo wir ja herkamen. Hupende Autos hört man fast gar nicht, alles läuft ruhig, gelassen, rücksichtsvoll ab. So brauchen die Bhutaner auch keine Verkehrsampeln - an der einzigen Kreuzung regelt noch ein Polizist mit weißen Handschuhen mit langsamen, man könnte fast sagen, mit yoga-ähnlichen Handbewegungen, den Verkehr. Uns fällt auf, dass sehr viele Bhutanesen ihre traditionelle Kleidung tragen, die Frauen die Kira (ein langer Wickelrock) und die Männer den Gho, der fast aussieht wie ein gewickelter Bademantel. Wir lernen, dass diese Kleidung immer zur Arbeit, beim Zutritt zu offiziellen Gebäuden, Dzongs etc. getragen werden muss. In Thimphu selbst besuchen wir mehrere Tempel, den großen goldenen Buddha, eine Schule, die die traditionellen Handwerkskünste wie Sticken, Weben, Figuren modellieren, schnitzen und malen leert, die Markthallen und natürlich den großen Thimphu Dzong. Auf unserer Reise bis nach Bumthang werden wir noch viele Dzongs besuchen, die von der Architektur sehr ähnlich sind, sich lediglich von ihrer Geschichte unterscheiden. Ein Dzong ist eine buddhistische Klosterburg, die sowohl religiöses Zentrum als auch Sitz der Verwaltung, also des weltlichen Teils ist. In Thimphu hat somit auch der König, der seinen Wohnsitz ganz in der Nähe hat, seinen Arbeitsplatz. Auf der ganzen Reise stehen wir immer staunend vor den bunten Holzschnitzereien der Fenster, Firste und Geländer.

Und schon verlassen wir die Hauptstadt über den National Highway zu der „nur“ 70 km entfernten Stadt Punakha, wofür wir über 4 Stunden brauchen – wenn Sie sich die Fotos anschauen, dann wissen Sie warum.

Gegen Mittag erreichen wir Punakha, das auf einer Höhe von 1.400 m auch als Sommerresidenz des religiösen Oberhauptes dient. In dem Dzong, der malerisch am Zusammenfluß zweier Flüsse liegt, befinden sich die sterblichen Überreste des Gründers von Bhutan Shabdrung Ngawang Namgyel. Nach dem Mittagessen, das sich wie immer auf Nudeln, Reis, Chicken und Gemüse reduziert, wandern wir durch Reisfelder hoch zu dem Tempel Khamsum Yulley Namgyal, der 2012 von der Königinmutter zum Wohl des Landes errichtet wurde und ein Beispiel für die traditionelle Architektur und Kunst ist. Eine herrliche Aussicht auf das Tal belohnt uns.

Auf unserer weiteren Fahrt nach Trongsa, unser Guide scherzt, dass die Massage nur 1 Stunde dauert (das sind 20 km) sehen wir rot- und weißblühende Rhododendronbäume, die wie Farbkleckse in dem dunklen Grün der Wälder erscheinen. In dem kleinen Dorf Nobding vertreten wir die Füße, schlendern an dem kleinen Markt vorbei und sehen das erste Mal Häuser mit erigierenden Phalli. In Bhutan ist der Phallus ein Symbol für Segen und Fruchtbarkeit, wird aber auch zur Abwehr böser Geister verwendet. Auf dem Weg nach Bumthang (was übersetzt heißt: „schönes Tal“) haben wir das Glück bei Filmaufnahmen einen traditionellen Tanz der Frauen mitzuerleben.

Mittlerweile können wir auf den Gemälden oder in den Tempeln die Figuren des Gründers Bhutans Shabdrung Ngawang Namgyal, den Buddha Sakyamuni und Guru Rinpoche erkennen und tauchen immer mehr ein in diese faszinierende Religion.

Ein Bild begegnet uns ebenfalls ständig, das uns sehr an die Bremer Stadtmusikanten erinnert: der Elefant, ein Affe, der Hase und ein Vogel, die vier ungleichen Freunde genannt. Sie symbolisieren, dass man viel erreicht, wenn man zusammenhält, zusammenarbeitet und jeder mit seinen Fähigkeiten zum Erfolg für alle beiträgt. Wie wahr!

Unterwegs treffen wir auf eine Gruppe Männer, die dem Nationalsport, dem Bogenschießen, frönen. Die Holzbogen haben mittlerweile Platz für hochtechnisierte Sportbogen gemacht – kein Wunder, denn die Distanz, die der Pfeil bis zum Ziel zurücklegt, sind 140 Meter! Nach jedem erfolgreichen Treffer führen die Männer einen singenden Tanz auf.

254 km lang ist die Strecke, die wir auf unserer Rückreise von Bumthang nach Thimphu zurücklegen müssen, über mehrere Pässe, den höchsten auf der Strecke mit 3.406 m, geschüttelt und gut massiert auf dem National Highway von Bhutan. Nach 12 Stunden erreichen wir am späten Abend die Hauptstadt wieder und fallen todmüde ins Bett.

Und ganz zum Schluss erleben wir die Höhepunkte unserer Bhutan-Reise, weswegen wir auch den Termin auf März gelegt haben. Das Paro-Tsechu (Klosterfest in Paro) und den Aufstieg zum berühmten Kloster „Tigernest“.

Einen Tag lang beobachten wir oberhalb des Paro Dzongs das bunte Treiben, nicht nur die beeindruckenden Tänze mit farbenprächtigen Kostümen und Masken aller Art, sondern auch die Familien mit ihren Kindern, die extra ihre Festrobe angelegt haben, um diesem mehrtägigen Fest beizuwohnen.

 

Diese Klosterfeste, die über mehrere Tage gehen, haben alle einen religiösen Hintergrund. Seit dem 17. Jahrhundert wird es jährlich abgehalten. Es hat aber auch etwas von einer großen familiären Zusammenkunft mit Picknick gemein. Sehen und gesehen werden. Am letzten Tag des Festes wird ein riesengroßes Thangkha (ein gesticktes Gemälde) des Guru Rinpoche an der Klosterwand hochgezogen. Es heißt, dass man allein vom Betrachten des Thangkha von seinen Sünden freigesprochen wird. Für uns bedeutet das: Aufstehen morgens um 3 Uhr, hochlaufen zum Kloster. Wir kommen rechtzeitig an, als die Zeremonie mit dem Aufrollen begann. Dazu ertönt über Lautsprecher das Mantra Om Ma Ne He Pu Ma der Mönche, das auch viele Bhutanesen mitsangen. Ein sehr mystischer, berührender und sehr friedvoller Augenblick.

Gegen 8 Uhr verlassen wir den Festplatz – genießen unser verdientes Frühstück und als wir gegen 9 Uhr wieder dorthin zurückkehrten war das riesige Thangkha schon wieder eingerollt und es weitere Tänze folgten. Am Nachmittag, nach unserem Museumsbesuch, hatten wir noch einmal einen herrlichen Blick auf den Dzong und das Paro-Tal, als unser Guide plötzlich sagte, seht, da unten kommt unser König gerade aus dem Dzong – was für ein Erlebnis!

Und jetzt fehlt nur noch unser Ausflug zu dem berühmten Taktshang Kloster, das bei uns bekannter ist unter dem Namen Tigernest. Der Name rührt von einer Legende, die erzählt, dass im 8. Jahrhundert Guru Rinpoche auf dem Rücken einer Tigerin zu den dortigen Höhlen auf 3.120 m Höhe geflogen sei und drei Monate meditierte. Er konnte daraufhin die im Paro-Tal herrschenden Dämonen bezwingen und brachte seinen Glauben, den Buddhismus nach Bhutan. Das Kloster wurde 1692 errichtet, wurde 1998 durch einen Brand beschädigt, erstrahlt aber heute wieder in wunderschönem Glanz.

Bereits morgens um 8 Uhr sind wir am Ausgangspunkt. Langsam beginnen wir in einer Höhe von 2.500 m unseren Aufstieg über Stock und Stein, vorbei an Mulis und Pferden, die die nicht so wanderstarken Touristen einige Höhenmeter unterstützen. Immer wieder treffen wir auf kleine Gruppen unterschiedlichster Nationalitäten, man grüßt sich und wechselt ein paar Worte, holt wieder Luft und läuft weiter. Nach ca. 1 ½ Stunden erreichen wir eine Cafeteria mit herrlichem Blick auf unser Ziel.

Wir stärken uns mit Tee und Salzgebäck und weiter geht’s zu dem höchsten Punkt des Anstiegs auf 3.125 m. Mittlerweile hat die Sonne an Kraft gewonnen und wir sind froh, dass wir so rechtzeitig losgelaufen sind. Dann heißt es jede Menge Stufen herablaufen, dann wieder Stufen hinauf zum eigentlichen Eingang des Klosters. Rucksack, Fotoapparat, Handy, Wanderstöcke, alles müssen wir in Schließfächer verstauen, bevor wir drei Tempel des Klosters besichtigen. Gegen 12 Uhr beginnen wir den Abstieg, den wir in zweieinhalb Stunden zurücklegen. Wir haben es geschafft und sind stolz auf uns.

Nach diesen sehr beeindruckenden Erlebnissen der letzten Tage heißt es Abschied nehmen von Jezer und Kinzang, die uns einerseits sicher durch die Höhen des Himalayas fuhren und uns andererseits mit viel Herzblut die vielen Legenden, Geschichten, den Buddhismus und das Leben in Bhutan näher brachten.

Eine nachhaltige Reise in ein kleines, abgeschiedenes, zufriedenes und glückliches Königreich geht zu Ende und wir hoffen, dass die Bhutanesen es schaffen, sich diesen Luxus zu bewahren.

 

Gabriele Wiegand

 

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